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Absagen bei Lehrstellen

14.04.2026 BAAM! Experte

Nur Absagen bei der Lehrstellensuche? 9 konkrete nächste Schritte

Du bekommst eine Absage nach der anderen und fragst dich langsam, ob es überhaupt noch klappt? Das fühlt sich mies an – aber es bedeutet nicht automatisch, dass du ungeeignet bist.

Oft liegt es nicht an einer einzigen Sache, sondern an mehreren kleinen Punkten gleichzeitig: zu wenige Bewerbungen, ein unklarer Lebenslauf, ein zu enger Suchradius oder ein Beruf, auf den sich besonders viele bewerben.

Wichtig ist jetzt nicht, an dir zu zweifeln. Wichtig ist, dass du herausfindest, woran es liegt – und was du konkret verbessern kannst.

Typische Gründe sind:

  • du bewirbst dich auf zu wenige Stellen
  • dein Lebenslauf ist unklar oder unvollständig
  • dein Bewerbungsschreiben ist zu generisch
  • deine Schulnoten passen nicht optimal zum Beruf
  • du fokussierst dich nur auf einen sehr gefragten Beruf
  • Schnupperlehre, Projekte oder Motivation sind nicht sichtbar genug
  • andere Bewerbende passen auf dem Papier besser

Nicht jede Absage sagt etwas über dich aus

Bei der Lehrstellensuche werden viele Bewerbungen schon sehr früh aussortiert. Das heisst nicht, dass du keine Chance hast. Es heisst oft nur, dass andere auf dem Papier gerade etwas besser gepasst haben – oder dass du dein Potenzial noch nicht klar genug zeigst.

Die gute Nachricht: Genau daran kannst du arbeiten.

1. Bewirb dich auf mehr als nur ein paar Stellen

Viele senden nur wenige Bewerbungen ab und hoffen, dass es schon klappt. In beliebten Berufen reicht das oft nicht.

Wenn du erst 4 oder 5 Bewerbungen verschickt hast, ist das noch kein Grund, aufzugeben. Gerade bei gefragten Lehrberufen musst du meistens breiter suchen.

Mach das jetzt:

  • Setz dir ein klares Ziel, zum Beispiel 10 bis 20 passende Bewerbungen
  • Plane fixe Zeiten pro Woche für die Suche ein
  • Bewirb dich laufend, nicht erst wenn du schon frustriert bist

2. Lass deinen Lebenslauf checken

Ein Lebenslauf kann auf den ersten Blick ordentlich wirken – und trotzdem unklar, unvollständig oder zu allgemein sein.

Wenn wichtige Infos fehlen oder die Struktur nicht sauber ist, wirst du vielleicht aussortiert, bevor sich jemand überhaupt genauer mit dir beschäftigt.

Achte auf diese Punkte:

  • klare und übersichtliche Struktur
  • aktuelle Kontaktdaten
  • keine Rechtschreibfehler
  • relevante Erfahrungen, Stärken und Interessen
  • Hobbys nur dann, wenn sie wirklich etwas über dich zeigen

Tipp:
Lass deinen Lebenslauf von einer Lehrperson, Berufsberatung oder einer anderen erfahrenen Person anschauen.

3. Schreib nicht immer dasselbe Bewerbungsschreiben

Viele Bewerbungsschreiben klingen austauschbar. Unternehmen merken schnell, ob du einfach überall denselben Text hinschickst oder ob du dir wirklich Gedanken gemacht hast.

Ein gutes Schreiben beantwortet drei Fragen:

  • Warum willst du genau diesen Beruf?
  • Warum bewirbst du dich genau bei diesem Unternehmen?
  • Was bringst du mit?

Je konkreter du wirst, desto glaubwürdiger wirkst du. Wirf einen Blick darauf wie ein Motivationsschreiben aussehen kann.


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Auf baam.ch kannst du offene Lehrstellen entdecken, ähnliche Berufe vergleichen und deinen nächsten Schritt klarer planen.


4. Hol dir Feedback zu deinen Absagen

Nicht jedes Unternehmen antwortet ausführlich. Aber manchmal bekommst du wertvolle Hinweise, wenn du freundlich nachfragst.

Zum Beispiel:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Damit ich mich verbessern kann: Gibt es etwas, woran ich für zukünftige Bewerbungen arbeiten sollte?

Du wirst nicht immer eine Antwort bekommen. Aber wenn doch, kann dir das mega helfen.

5. Zeig Motivation mit Belegen – nicht nur mit Worten

Viele schreiben in ihre Bewerbung, dass sie motiviert, zuverlässig und interessiert sind. Das sagen fast alle.

Viel stärker ist es, wenn man deine Motivation auch sehen kann.

Zum Beispiel durch:

  • eine Schnupperlehre
  • ein Schulprojekt
  • ein eigenes kleines Projekt
  • einen Ferienjob
  • freiwilliges Engagement
  • konkrete Erfahrungen mit dem Berufsfeld

Wenn du etwas ausprobiert hast, erwähne es. Das macht deine Bewerbung sofort greifbarer.

6. Such nicht nur nach deinem einen Wunschberuf

Es ist gut, wenn du ein Ziel hast. Aber wenn du dich nur auf einen einzigen Beruf konzentrierst, kann das schnell zum Problem werden – vor allem dann, wenn es viele Bewerberinnen und Bewerber gibt.

Schau dir deshalb auch an:

  • ähnliche Lehrberufe
  • verwandte Branchen
  • EBA-Optionen
  • kleinere Unternehmen
  • Lehrstellen in anderen Regionen

Manchmal führt nicht der direkte Weg zum Ziel, sondern ein smarter Umweg.

7. Prüfe deinen Auftritt im Vorstellungsgespräch

Falls du Einladungen bekommst, aber danach trotzdem Absagen kommen, lohnt sich ein Blick aufs Gespräch.

Viele sind nervös, reden zu wenig über sich oder können nicht gut erklären, warum sie genau diesen Beruf wollen. Das ist normal – aber trainierbar.

Vor dem Gespräch solltest du wissen:

  • Warum will ich diesen Beruf?
  • Warum will ich in dieses Unternehmen?
  • Was sind meine Stärken?
  • Welche Beispiele habe ich dafür?
  • Was weiss ich über den Betrieb?

Wichtig ist auch:

  • pünktlich sein
  • passende Kleidung
  • freundlich auftreten
  • klar sprechen
  • Interesse zeigen

8. Erweitere deinen Suchradius

Vielleicht liegt das Problem nicht an dir, sondern daran, dass du nur in einer zu kleinen Region suchst.

Je nach Beruf gibt es in gewissen Kantonen oder Orten deutlich weniger offene Lehrstellen. Wenn du nur ganz lokal suchst, verpasst du vielleicht gute Chancen.

Darum lohnt es sich:

  • auch Nachbarregionen anzuschauen
  • den Arbeitsweg realistisch zu prüfen
  • bewusst breiter zu suchen als bisher

9. Hol dir Unterstützung statt alles allein zu machen

Du musst das nicht komplett alleine schaffen.

Gerade wenn du schon mehrere Absagen bekommen hast, ist Unterstützung oft der schnellste Weg, um wieder klarer zu sehen.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • Berufsberatung
  • Lehrpersonen
  • Eltern oder Bezugspersonen
  • jemand mit Erfahrung im Bewerben
  • Plattformen, auf denen du Lehrstellen und passende Berufe besser vergleichen kannst

Manchmal hilft schon ein ehrlicher Blick von aussen, um den entscheidenden Punkt zu sehen.

Wann du an deinem Wunschberuf festhalten solltest

Bleib dran, wenn:

  • du wirklich motiviert bist
  • du schon erste Erfahrungen gesammelt hast
  • du Feedback annimmst und etwas verbesserst
  • du dich bisher noch nicht breit genug beworben hast

Nicht jede schwierige Phase bedeutet, dass du den falschen Beruf gewählt hast.

Wann du breiter denken solltest

Schau dir Alternativen an, wenn:

  • du seit längerer Zeit nur Absagen bekommst
  • du dich nur auf einen einzigen Beruf fokussierst
  • deine Voraussetzungen knapp sind
  • es in deiner Region sehr wenige Lehrstellen gibt

Das ist kein Aufgeben. Das ist schlau.

Fazit

Nur Absagen zu bekommen ist frustrierend. Aber es heisst nicht, dass du keine Chance hast.

Oft reichen schon ein paar gezielte Anpassungen:

  • Bewerbung verbessern
  • Motivation sichtbarer machen
  • Suchradius erweitern
  • ähnliche Berufe prüfen
  • Unterstützung holen

Wichtig ist, dass du jetzt nicht einfach wartest, sondern aktiv herausfindest, was dein nächster sinnvoller Schritt ist.


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FAQ

Wie viele Absagen sind normal bei der Lehrstellensuche?

Mehrere Absagen sind völlig normal. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob du daraus lernst und deine Bewerbung Schritt für Schritt verbesserst.

Soll ich nach einer Absage nochmals nachfragen?

Ja, freundlich nach Feedback zu fragen kann sinnvoll sein. Nicht alle antworten, aber manche geben dir wertvolle Hinweise.

Soll ich den Beruf wechseln, wenn ich nur Absagen bekomme?

Nicht sofort. Prüfe zuerst deine Unterlagen, deinen Suchradius und ähnliche Berufe. Oft liegt das Problem nicht am Beruf selbst, sondern an der Strategie.

Was mache ich, wenn meine Noten nicht perfekt sind?

Dann ist es umso wichtiger, Motivation und Praxis sichtbar zu machen – zum Beispiel mit Schnupperlehren, Projekten oder verwandten Berufsalternativen.

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